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Bevor Borsdorf einen Friedhof bekam, war es ein ganz kleiner Ort, umgeben von den Parthesümpfen. Die Verstorbenen wurden über die „Totenstrasse“, der heutigen Zweenfurther Strasse, ins benachbarte Dorf Zweenfurth gebracht. Das änderte sich als 1866 die erste sächsische Eisenbahnstrecke über Döbeln und Nossen errichtet wurde und in Borsdorf ein Knotenpunkt entstand. Der Ort wuchs und zehn Jahre später 1876/77 wurde der Friedhof eröffnet (zu Johanni 1877 geweiht). Die gegenwärtige Friedhofskapelle wurde 1903 durch den Leipziger Architekten Füssel und den Borsdorfer Baumeister Wilhelm als Ersatz für die alte Leichenhalle errichtet. Schon 1911 reichte die Bestattungsfläche nicht mehr aus und musste erweitert werden. Die heutige Größe des Friedhofs beträgt ca. einen Hektar. Rechts vom Hauptweg befinden sich, separat eingegrenzt, die Gräber des ansässigen, über 100 Jahre bestehenden Diakonissenhauses. Ebenfalls 100 Jahre alt sind die Platanen und Linden, die den vorderen Teil des Friedhofes, den ursprünglichen Friedhof, schmücken. Das Glockengeläut steht separat neben der Friedhofskapelle und bewegt eine 130 Kilogramm schwere Glocke. Ihre Glockenweihe fand am 17.11.1907 statt. Bis 1966 diente sie als Schulglocke, danach wurde die Glocke eingelagert und kam 1986 auf den Friedhof. Ansässige Glaubensgemeinschaften sind evangelisch-lutherisch, als auch römisch-katholisch. Eine Leichenhalle zur Abschiednahme von Verstorbenen steht zur Verfügung. Es ist Bestuhlung vorhanden. In der Friedhofskapelle gibt es eine Feierhalle. Hier können kirchliche, wie auch weltliche Trauerfeiern stattfinden, wobei 50 Personen Platz finden. Seit 2004 gibt es eine Urnengemeinschaftsanlage. Sie stellt einen aus Sandstein gehauenen Baumstamm dar, dieser „wächst“ mit jedem Verstorbenen um eine Baumscheibe, worauf dessen Name und die persönlichen Daten stehen, um je 10 cm.
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