|
Den Friedhof in Nischwitz von der Kirche wegzunehmen war nicht die Folge schlimmer Ereignisse, sondern des modernen Lebensgefühls um 1900. Da nutzte man lieber den Kirchhof als Schulhof für die neu und sehr repräsentativ gebaute Kirchschule und für Feste der Gutsherrschaft und des Dorfes. Für den Friedhof fand man ein Feld am damaligen Rand des Dorfes, besinnlich zwischen den Feldern. Inzwischen hat sich das Dorf aber auch dahin erweitert, so daß dieser Friedhof weiterhin am Leben teilnimmt, gewiß nicht störend, sondern anregend zwischen Kindergarten und Kuhstall und Neubauernhöfen. In der Mitte wird der Friedhof durch eine kleine Feierhalle geprägt, einen netten Ziegelbau. Davor gibt eine Zypressenallee Schatten. Ein Rundweg umfaßt das ganze Areal, an dem sich zu beiden Seiten Gräber angelegt wurden. Es wurde beschlossen, eine Gemeinschaftsgrabanlage (UGA) einzurichten, um auch bei den sich verändernden Familienverhältnissen allen Nischwitzern die Möglichkeit zu geben, in ihrem Heimatdorf auch ihre letzte Ruhestätte haben zu können. Vor 2 Jahren gab es ein bisher einmaliges Erlebnis. Eine Kuh schritt über den Friedhof und hat natürlich auch hier und da gekostet. Anderswo hätte man vermutlich die Polizei gerufen und den Besitzer beschimpft. In Nischwitz zeigte man Verständnis, daß das schon mal passieren konnte. Es zeigte sich: Hier lebt und stirbt immer noch eine Gemeinschaft von Landsleuten.
|