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Durch die günstige Lage der Stadt Wurzen an der Eisenbahnstrecke Leipzig-Dresden verbesserte sich die Wirtschaft durch die Industrialisierung rasch. Die Bevölkerung nahm stetig zu und demzufolge starben auch mehr Menschen. Der damalige alte Friedhof, am Bahnhof gelegen, reichte trotz Erweiterung dieser Begräbnisstätte nicht mehr aus. Im Jahre 1880 gelangte eine bezirksärztliche Beschwerde an den Kirchenvorstand von Wurzen, in der auf die Notwendigkeit, einen neuen ausreichenden Friedhof anzulegen, hingewiesen wurde. Es begannen lange Verhandlungen des Kirchenvorstandes um den Kauf eines geeigneten Geländes. Drei Grundstücke waren im Gespräch und man entschied sich für den heutigen Standort an der Dresdener Straße, der Bundesstraße 6, welche Leipzig mit Dresden verbindet, analog der Eisenbahnstrecke. Der Platz an der Dresdener Straße war zwar preiswert und günstig gelegen, doch die landwirtschaftlich genutzten Flächen gehörten mehreren Besitzern. Deshalb zogen sich auch die Verhandlungen über mehrere Jahre hin und die Bebauung des Friedhofs begann 1886. Feierlich wurde der neue Gottesacker für Wurzen am 18. Juli 1887 eingeweiht und schrittweise erweiterte. Die erste Bestattung fand am 4. August 1887 statt. Begraben wurde der Rentner Ferdinand Oswald Hesse, ein Einwohner von Wurzen, der im Alter von 53 Jahren gestorben war. Im wesentlichen ist die Anlage heute noch so erhalten, wie sie angelegt wurde. 8 m breite Hauptwege, mit der Mauer, Friedhofskapelle und dem Haus für den Totenbettmeister (heute Verwaltungsgebäude). 1996 fand eine Erneuerung der Außenmauer statt. Die Kapelle wurde 1928 erstmals umgebaut und von 1999 - 2001 rekonstruiert. Nur die schönen, schattigen Bäume waren noch nicht vorhanden und mußten erst angepflanzt werden. Heute bietet das Gelände des Friedhofes den Anblick eines Parks mit viel Grün und großen Bäumen, alleenartig angelegt, die den Aufenthalt im Sommer angenehm machen. Kriegsgräber und Gedenksteine erinnern an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Ein außergewöhnlicher Grabstein auf dem Wurzener Friedhof wird den Besucher zum Nachdenken anhalten. Es handelt sich um einen übermannsgroßen Naturstein, zu dessen Füßen ein Flugzeugpropeller befestigt ist. Verwundert wird man feststellen, daß der hier beerdigte Pilot kaum 18 Jahre alt war. Heute umfaßt die gesamte Friedhofsanlage eine Fläche von 7 ha. Grabstellen für Feuer- und Erdbestattungen werden als Einzel- und Familiengrabstätten angeboten. Es besteht auch die Möglichkeit einer Beisetzung in einer Urnen- bzw. Sarggemeinschaftsanlage. Der Friedhof Wurzen verfügt über 2 Eingänge. Der Haupteingang befindet sich in der Dresdener Straße (mit Parkplatz), ein anderer Zugang ist in der Hirschbergstraße möglich. Direkt am Haupteingang des Friedhofes bietet eine einheimische Gärtnerei Blumen und Pflanzen an.
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